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Sonntagsblatt: Ludger Heuer |
| 21 Zivildienstleistende tauschen sich aus mit (in der Mitte) dem Caritasvorsitzenden Clemens Bieber, Bischof Friedhelm und Dr. Jens Kreuter, dem Bundesbeauftragten für Zivildienst. |
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Beide, Klug und Sendelbach, leisten in der Station „Tanzbär“ ihren Zivildienst ab und könnten sich durchaus vorstellen, auch später dort zu arbeiten. Sie gehörten zu den 24 Zivildienstleistenden, die der Einladung zum Informationsaustausch mit dem Bundesbeauftragten für Zivildienst, Dr. Jens Kreuter, und Bischof Friedhelm im Würzburger Caritashaus gefolgt waren. Bärenstarkes GesprächAufmerksam verfolgten auchZivildienst-Regionalbeauftragter Klaus Eiteneier, Caritasdirektor Martin Pfriem und Ordinariatsrat Clemens Bieber, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes, die Diskussion. Die erwachsenen Zuhörer aus Kirche und Politik zollten den jungen Leuten zum Schluss Respekt für ihr Engagement und ihre offene Meinung. Bei dem „bärenstarken“ Gespräch, wie Bieber urteilte, hatten sich diese mit ihrer Kritik nämlich nicht zurückgehalten. „Ist das nicht ein Armutszeugnis für die Gesellschaft?“, fragte zum Beispiel ein Ziviaus dem Krankenhausbereich, wenn das Gesundheits- und Sozialsystem ohne die Beschäftigten im Niedriglohnbereich wie Zivis, Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr, Praktikanten oder Ärzte im Vorpraktikum zusammenbreche? Er berichtete davon, welchen Engpässen und Stress-Situationen Klinikpersonal grundsätzlich ausgesetzt sei. Er selbst trüge häufig genug psychische Belastungen aus seinem Dienst in der Freizeit mit sich herum, wenn er erlebe, wie Menschlichkeit zum Beispiel aus Zeitdruck auf der Strecke bleibe. Hinzu komme eine Bezahlung, die der Leistung und der Verantwortung in keiner Weise entspreche, höchstens der geringen Anerkennung der Pflege durch die Gesellschaft. Geld allein hilft nichtGerade die Jugendlichen aus dem Pflegebereich stimmten Bieber und Bischof Friedhelm zu, dass nicht alles allein mit Geld geregelt werden könne. Viele soziale Dienste seien nur ehrenamtlich oder zeitlich befristet als gering entlohnter Solidardienst zu leisten. Andererseits machten sie deutlich, dass die Bereitschaft zur Solidarität sinke, wenn die Anerkennung fehle. Viele Jugendliche kämen gar nicht auf die Idee, sich sozial zu engagieren, wenn ihnen eingetrichtert würde, „etwas Gescheites“ zu lernen, mit dem man gescheit Geld verdiene. Pflegepersonal mache etwas Gescheites, nämlich wertvolle Arbeit, verdiene aber nicht entsprechend, beklagten sie. Unzufrieden waren die Gesprächsteilnehmer auch mit der immer noch traditionellen Einstufung des Zivildienstes als Wehrersatzdienst. Einmal sei es unsolidarisch, wenn große Teile eines Jahrgangs wegen Kleinigkeiten ausgemustert würden. Außerdem sei ihr Dienst an der Gesellschaft ebenso wichtig und wertvoll wie der Wehrdienst. Die Jugendlichen bekräftigten auch eine Forderung, Zivildienst sollte für Jungen wie Mädchen verpflichtend eingeführt werden, damit diese überhaupt die Erfahrung bekämen, dass sozialer Dienst wertvoll sei – und Spaß mache. Den Vorschlag, ein soziales Jahr als Bildungsmaßnahme an die schulische Ausbildung anzuhängen, fanden sie gar nicht so abwegig. Entschluss nicht bereutTrotz aller Kritik bekannten sich die Zivildienstleistenden ausnahmslos zu ihrer jeweiligen Arbeit, wobei die aus dem Verwaltungsbereich ihren „Kollegen“ aus dem Pflegebereich Respekt zollten. Es sei kaum möglich, Freunde dafür zu gewinnen, ihrem Beispiel zu folgen, gestanden sie auf die Frage des Bischofs ein. Aber selbst bereute auf Kreuters Nachfrage keiner seinen Entschluss für den Einsatz im jeweiligen Arbeitsbereich. Infos über Zivildienst im Internet unter „www.zivieldienst.de“ und „www.caritaszivi.de“.
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